Die SiZ Crew


Graffiti zu bestaunen ist die eine Sache – selbst zur Sprühdose zu greifen eine ganz andere!
Spätestens dann, wenn aus dem Staunen ein etwas professionelleres Hinsehen wird, stellt sich für viele junge Menschen die Frage: »Wie machen die das?«.
Aus Mangel an ordentlichen Graffiti-Tutorials im Internet und um das DIY-Movement etwas zu unterstützen, haben wir uns überlegt, die Grundschritte der Graffiti-Entstehung in einem eigenen Tutorial etwas näher zu beleuchten.

In diesem ersten Teil unseres »How to Graffiti«-Tutorials werden wir etwas näher auf die ersten Schritte zum eigenen Graffiti eingehen, genauer: Oberflächen, First Outline, Fill-Ins und Designs. Im zweiten Teil beschäftigen wir uns dann mit ein paar Grundschritten, die dem Graffiti den letzten Schliff geben sollen, genauer: Second Outline, Backline und Highlights.

Graffiti vs. Oberflächen
Will mensch ein eigenes Graffiti sprühen, gilt es zunächst einmal einen Platz zu finden. Einen guten Platz macht neben der Erreichbarkeit und vielen weiteren individuellen Dingen auch eine geeignete Oberfläche aus. Obwohl die Farbe aus handelsüblichen Sprühdosen auf so gut wie allen Oberflächen haftet, empfehlen die HerstellerInnen vor dem Sprühen die Oberfläche gründlich zu reinigen, eventuellen Rost zu entfernen und die Fläche zu grundieren.

Dies macht durchaus Sinn. Nicht nur um die Lebensdauer, sondern auch die Qualität des Graffiti zu erhöhen. Verschiedene Oberflächen saugen nämlich unterschiedlich viel Farbe auf, wodurch zum Beispiel ungewollte Schattierungen entstehen können.

First Outline
Hast du eine geeignete Oberfläche gefunden und sie wie beschrieben vorbereitet, kann die eigentliche Arbeit, vorrausgesetzt du hast eine Idee, Skizze oder etwas ähnliches, nun losgehen.

Die First Outline, also die erste Umrisslinie, dient als eine Art Skizze und wird meist mit einer hellen, da besser zu übersprühenden, Farbe gemalt. Neben einem groben Abriss deines Motives werden in diesem Schritt auch genauere Orientierungen für weitere Elemente gezeichnet. Von der First Outline sollte am Ende deiner Arbeit nichts mehr zu sehen sein.

Fill-In
Als Fill-In bezeichnet mensch in der Regel das Befüllen der First Outline mit einer ersten Schicht Farbe. Die Farbe, die hier zum Einsatz kommt, sollte die spätere Hauptfarbe eures Graffiti sein. Eurer Kreativität ist bei der Farbwahl keine Grenze gesetzt – fast jede Farbe gibt es irgendwo zu kaufen.

Designs
Habt ihr alle Flächen befüllt, könnt ihr euch nun daran machen, einzelne Elemente voneinander abzuheben, eurem Motiv eine gewisse Räumlichkeit zu verleihen oder ähnliches. Dazu benutzt mensch sogenannte Designs. Diese können zum Beispiel einfache Sterne, Kreise oder Punkte, aber auch mehr oder weniger komplexe Schattierungen, Streifen oder Blasen sein.
Meist beschränkt mensch sich hier auf eine einfache Schattierung, die im weiteren Entstehungsprozess verstärkt wird und fügt die individuellen Style-Elemente zusammen mit den Highlight am Schluss ein.

Jetzt solltet ihr bereits wissen, auf was es beim Graffiti-Malen zu Beginn ankommt und euch eigene Idee und/ oder Skizzen machen können. Beachten solltet ihr allerdings, dass dieses Tutorial kein allgemeingültiges Regelwerk darstellt, sondern AnfängerInnen ein paar Grundschritte näher bringen soll, um den Einstieg zu erleichtern. Professionelle Graffiti-KünstlerInnen sprühen meist bereits seit Jahren und pflegen einen individuellen Style!

 zu Oberflächen, First Outline, Fill-Ins und Designs gegeben haben, erzählen wir euch nun etwas zu Second Outline, Backline und Highlights.

Second Outline
Nachdem ihr die einzelnen Elemente, durch zum Beispiel Schatten, von einander getrennt habt, folgt in der Regel nun die zweite Outline. Hierbei wird jedes Element eures Motivs ein weiteres Mal mit einer Farbe umrandet, um erstens alles voneinander und zweitens vom Hintergrund abzuheben. Ihr solltet dafür eine möglichst kontrastreiche Farbe wählen.

Zudem ist es möglich ein weiteres Mal für mehr Dreidimensionalität zu sorgen, indem ihr an den verschiedenen Stellen die Second Outline unterschiedlich stark bzw. dick malt.

Backline
Seit ihr mit dem Motiv ansich fertig und zufrieden, könnt ihr nun die Backline ziehen. Als Backline wird das komplette umranden des Motivs bezeichnet – eine Outline für das gesamte Bild sozusagen.
Der Sinn der Backline liegt darin, dass das Motiv kompakter wirkt und sich weiter vom Hintergrund abhebt, falls das gewollt ist.

Highlights
Sind alle Outlines gezogen, können Highlights zum Einsatz kommen. Wie bereits im Abschnitt Designs erwähnt handelt es sich dabei um verschiedenste Style-Elemente, also Details, die das Bild voller und abwechslungsreich machen sollen. Hierfür werden klassischerweise Lichtreflex-Imitate oder Muster an geeigneten Stellen auf das Motiv gesprüht. Aber Achtung, das Ganze kann ziehmlich schnell in die Hose gehen, zum Beipsiel dann, wenn mensch es einfach übertreibt…

Hoffentlich hat uns unser kleines Tutorial einen Überblick darüber verschafft, wie Graffiti entstehen. An was ihr immer denken solltet ist, dass Alles was wir hier beschrieben haben kein Muss ist. Jede und jeder Graffiti-KünstlerIn hat seinen/ ihren eigenen Stil. Am Besten ist es, wie bei allen anderen kreativen Tätigkeiten auch, alles einfach selbst auszuprobieren! Viel Spaß!

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